Christa Schulte - Diplom-Psychologin - Einzeltherapie, Paar- und Sexualberatung

Sexuelle Störungen können sein ...

bei Mann oder Frau oder bei beiden

  • Mangelndes Begehren oder Lustlosigkeit
    Hiermit ist nicht momentane (z.B. akut stressbedingte) sondern langandauernde Lustlosigkeit / Lustverminderung gemeint. Das kann als Folge einer Partner-/ Beziehungsstörung auftreten. Es kann aber auch sein, dass die Rahmenbedingungen (Ort, Zeit, Befinden, Verfassung) nicht hinreichend stimmen. Mögliche organische Ursachen, wie z. B. Hormonausfälle, Nierenfunktionsstörung, Alkohol, Medikamente, Drogenmissbrauch oder schwere chronische Erkrankungen müssen medizinisch abgeklärt werden. Eine hohe Anzahl von Fällen hat psychische Ursachen wie Depressionen und Minderwertigkeitskomplexe, kritische Vorbehalte gegenüber dem Partner / der Partnerin und partnerschaftliche Machtkämpfe. In manchen Fällen hat es den Anschein, als entstehe die Lusthemmung, weil jemand auf diese Weise mit einer bestehenden sexuellen Funktionsstörung (siehe unten) fertig werden will
  • Abweichendes Verlangen
    (es ist sehr relativ und nicht selten strittig, was dabei als abweichendes Verhalten anzusehen ist): z. B. zuschauen bei anderen; sich selbst zuschauen lassen; Sex mit mehreren; in bestimmter Kleidung; bestimmte Verhaltensweisen (z. B. fesseln, unterwerfen); mit dem Mund oder von hinten reizen nicht nur in der Phantasie, sondern nehmen eine überwertige, ja manchmal sogar eine bedingende Bedeutung für den Orgasmus ein. Abweichendes Verhalten ist psychologisch nur dann als eine Störung anzusehen, wenn einer der Partner darunter leidet und das abweichende Verhalten im Grunde nicht möchte. Gelegentliches Abweichen kann auch reizvoll sein und das Liebesleben bereichern, wenn es von beiden getragen, gewünscht und positiv erlebt wird
  • Sexuelle Aversion
    eine tiefere innere Abneigung gegen eine sexuelle Betätigung, Begegnung oder Kontakt
  • Gesteigertes Verlangen,
    z. B. bis zu mehrere Male täglich. Das ist natürlich nur dann ein Problem, wenn der Partner andere Verlangenshäfigkeiten hat
  • Sexuelle Dauererregung
    ein seltenes Phänomen, das besonders dann quälend wird, wenn es sich in z.B. Arbeitszusammenhängen nicht reduzieren oder in andere Energieformen umwandeln lässt
  • Sonstiges(im allgemeinen keine krankheitswertige Störung):
    • Abstimmung ("Synchronisation")
      Mangelhafte Kommunikation und Abstimmung mit dem Partner / der Partnerin: man tauscht sich zu wenig aus, wie, wann, was angenehm oder schön erlebt und gewünscht wird. Ein sehr häfiges Problem ist das der Abstimmung der Lust: Mag der eine gerade, passt es gerade bei der/dem anderen nicht so und umgekehrt
    • Gestaltungsprobleme
      (wo, wie, wann, Umstände, Hilfen, Animationen). Ein häufigeres Gestaltungsproblem bei Männern kann manchmal darin bestehen, dass zu wenig Zeit auf die Einleitung und das Vorspiel gelegt wird und Mann zu schnell auf Eindringen und Geschlechtsverkehr orientiert ist
    • Optimierungsprobleme
      (länger, intensiver, befriedigender, schöner). Hier ist auch auf die Gefahr von Selbst-/überforderung zu achten

Spezielle sexuelle Störungen bei der Frau

  • Prä- und Anorgasmien
    Für die meisten Anorgasmien ist der Begriff Präorgasmie treffender, um deutlich zu machen, dass eine Frau noch nicht aber grundsätzlich schon orgasmisch reagieren kann. Dabei werden drei Hauptvarianten unterschieden
    - Absolute Anorgasmie: Orgasmus noch nie und durch keine Praktik, auch nicht durch Selbstbefriedigung
    - Primäre Anorgasmie: Orgasmus, aber nicht durch Geschlechtsverkehr, sondern durch andere Praktiken, z. B. Reizung mit der Hand, Reizung mit einem Vibrator, einem Oberschenkel oder mit dem Mund
    - Sekundäre Anorgasmie: Orgasmus gelingt nur mit einer/m bestimmten Partner /in nicht
    - Partielle Anorgasmie: Orgasmus gelingt nur in seltenen Ausnahmefällen, z. B. unter enthemmendem Alkoholeinfluss
  • Erregungshemmung oder plötzlicher Erregungsabbau
    Der Körper spielt nicht richtig mit, es kommt zu keinem Anschwellen des Gewebes, zu keiner Ausscheidung von Scheidenflüssigkeit ("trocken") oder eine anfängliche Lust entwickelt sich bald wieder zurück
  • Dyspareunie
    Brennen, Stechen, Schmerzen beim Eindringen oder beim Geschlechtsverkehr in der Vagina
  • Vaginismus
    Verkrampfung der Scheide, so dass ein Eindringen nicht möglich ist
  • Lubrikationsstörung
    Mangelnde Feuchtigkeit der Scheide Schmerzen beim Koitus durch starke Verkrampfung / Verengung der Scheide (Vaginismus)
  • Sexuelle Zwangsgedanken
    und quälende sexuelle Phantasien: diese mentalen Zwänge sind nicht immer zurückzuführen auf entsprechende unverarbeitete Erlebnisse, sondern können uneingestandene Sehnsüchte oder autoaggressive Einstellungen beinhalten
  • Postorgasmische Störungen
    wie Kopfschmerzen, Weinanfälle, Depressionen, innere Unruhe: diese treten häufig auf, wenn es innere Verbote oder Konflikte im Zusammenhang mit Lusterleben gibt. Auch körperliche Probleme (z.B. hoher Blutdruck) können hier eine Rolle spielen

Spezielle sexuelle Störungen beim Mann

  • Erektionsstörungen
    Mangelnde Gliedsteife. Gelegentliche mangelnde Gliedsteife ist kein Grund zur Beunruhigung und kommt bei allen Männern ab und zu vor. Wenn sie jedoch dauerhaft auftritt oder aus Angst vor mangelnder Erektion schon Sexualität vermieden wird, kann sie sich zu einem selbstbewusstseinsmindernden Problem auswachsen
  • Vorzeitiger Samenerguss(Ejaculatio Praecox)
    Ein vorzeitiger Samenerguss dann vor, wenn die Samenentleerung des Mannes so frühzeitig erfolgt, dass dies von beiden als unbefriedigend und zu schnell erlebt wird. Falls die Partnerin orgasmisch ist, kann Kriterium und Therapieziel sein, die Zeit so weit auszuehnen, dass auch sie zum Orgasmus gelangen kann. Wichtig ist weniger die Zeitdauer als die Befriedigung
  • Ejaculationssperre (Ejaculatio deficiens)
    Hier kommt es zu keinem Samenerguss (seltene Störung). Es gibt jedoch auch (tantrische) Methoden, den Samen zurückzuhalten, um über lange Zeit kraftvoll und orgasmisch zu bleiben
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